Oh, du lieber Augustin..

Einer meiner Lieblingskunden ist ein österreichisches Magazin, für das ich diesmal den Augustin aus dem bekannten Kinderlied illustrieren sollte.
Ist aber ursprünglich gar kein Kinderlied gewesen, musste ich feststellen:
der liebe Augustin war ein tunichtguter Bänkelsänger, der im Jahr 1679 – während der Wiener Pestepidemie – mal wieder sturzbesoffen war.
Und zwar so sehr, dass er für tot gehalten wurde und kurzerhand in die Pestgrube geworfen wurde.
Am nächsten Tag soll er inmitten all der Leichen aufgewacht sein und auf seiner Sackpfeife gespielt haben, bis er endlich aus der Grube gezogen wurde.
Und so entstand sein One-Hit-Wonder, das bis heute bekannt geblieben ist.
Wenn auch nicht mit dem Originaltext, der es ins harmlose Kinderlied nicht geschafft hat:

Oh du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
oh du lieber Augustin, alles ist hin.

Jeder Tag war ein Fest,
Und was jetzt? Pest, die Pest!
Nur ein groß‘ Leichenfest,
Das ist der Rest.

Die Rückkehr – DDR Geschichte: Aktenvermerk „Homosexuell“

Ich zeichne sehr gerne zu historischen Themen.

Für ein Projekt der Amadeu Antonio Stiftung habe ich die Gelegenheit erhalten, zwei Comics zum Thema Homosexuelle in der DDR-Geschichte zu gestalten.

Hier der erste Comic zum Stasi-Aktenvermerk „Homosexuell“…

Comic zu DDR Geschichte

SS-Massaker für das TV-Magazin „Kontraste“

Für einen Bericht über ein ungesühntes Massaker der SS in Marzabotto (Italien) habe ich für „Kontraste“ (rbb/ard) einige animierte Illustrationen erstellt.
Erstellt habe ich die Illus mit Hilfe der brandneuen Animations-Fähigkeit des Programms Clip Studio Paint (ehemals Manga Studio).
Manga Studio aka Clip Studio Paint war schon immer mein absolutes Lieblingsprogramm zum Zeichnen und Malen. Ich bin begeistert, dass ich nun auch damit animieren kann.

Hier ein Eindruck (Gif):

rbb Marzabotto Erschiessung

Der SS-Offizier Kusterer war 1944 beteiligt an der Ermordung von über 700 Männern, Frauen und Kindern:

GIF

Martin Luther – kontrovers

Martin Luther - Zeichnung nach Totenmaske
Martin Luther – Zeichnung nach Totenmaske

Um eine möglichst realistische Darstellung von Luthers Gesicht zu erhalten, habe ich mich für diese Illustration an einer Gips-Totenmaske orientiert.

Er sieht nicht sehr freundlich aus…

…war Monika Herrmanns (Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Kreuzberg) Kommentar bei Facebook.

Meine Antwort:

Nun, im Alter war er – mit all seiner Bauern- und Judenhetze – glaub ich, auch kein sehr freundlicher Mensch…

Der kurze Dialog endete mit einem lapidaren „Wahrscheinlich…“

Mich hatte dieser kurze Wortwechsel sehr gefreut, weil mir der herrische Ausdruck Luthers beim Zeichnen noch nicht gereicht hatte und ich daraufhin das Bild mit dieser etwas zerstörerischen Nachbearbeitung noch kontroverser gestalten wollte. Genau so kontrovers wie ich den älteren Luther wahrnehme…